Dienstag, 6. Juli 2010

USA Steuerpolitik für "Gottes Versprechen"

Steuerbefreiung unterstützt die Siedlungen in der West Bank!
"Die Menschen sind von unserer Arbeit begeistert, die an den Wahrheitsgehalt der Bibel glauben und die dabei sein möchten, wenn Gottes Versprechen wahr werden... Wir glauben, dass die Wiedererrichtung Israels, Samaria und Judea eingeschlossen, Teil dieses Versprechens ist" (Tommy Waller , Vorsitzender der Gruppe Ha Yovel) Foto: Die Lavi Familie in 'Har Bracha', West Bank vor 'ihrem' Weingarten) aus: NY Times, 5.7.2010: "Tax-Exempt Funds Aid Settlements in West Bank" By Jim Rutenberg, Mike McIntire and Ethan Bronner, Published: July 5, 2010,

"Zweimal pro Jahr fallen Amerikanische Evangelikale (evangelicals) in die Weingärten der Jüdischen Siedlung 'Har Bracha' in den Hügeln des 'alten Samarias' ein, pflücken Weintrauben und beschneiden die Weinstöcke, um direkt an der
'Biblischen Prophezeiung' teil zu nehmen. Sie glauben, dass ihre Hilfe als Christen bei den dortigen Jüdischen Weinproduzenten in den Besetzten Gebieten die geweissagte 'zweite Wiederkehr Christus' näherbringen könne; sie werden von einer Gruppe namens Ha Yovel rekrutiert, die 'Freiwillige' einlädt, "Seite an Seite mit dem Volk Israels zu arbeiten" und "mit ihm die Erwartung des kommenden Messias in Yeshuah zu teilen".... "Diese Leute sind von der Idee erfüllt, dass dies das versprochene Land sei und sie den Juden helfen müssten", sagt Izad Said Qadoos vom benachbarten palästinensischen Dorf. ...

Ha Yovel ist eine der vielen Gruppen in den USA, die Steuerfreie Spenden dafür verwenden, den Juden dauerhaftes Bleiben in den von Israel Besetzten Gebieten zu ermöglichen - und damit effektiv die Bildung eines Palästinensischen Staates zerstören, etwas, dass gemeinhin als eine notwendige Bedingung für Frieden in Nah Ost angesehen wird....

Eine Studie der NY Times über Öffentliche Ausgaben in den USA und Israel fand heraus, dass wenigstens 40 Amerikanische Gruppen in den letzten zehn Jahren über 200 Mill. Dollar als Steuerfreie Geschenke für Jüdische Siedlungen in der West Bank und Ost Jerusalem zusammen gebracht haben....Die Geldgeber für die Unterstützung der Siedlungen sind ein breiter Mix - von wirklich reichen Leuten wie der Krankenhaus-Magnat Dr. Irving I. Moskowitz oder die Familie, der Haagen-Dazs Eiscreme gehört, bis zu Mitbietern bei den Kosher Pizza Auktionen in Brooklyn, oder Evangelikalen bei einem jüngsten Bibel Treffen auf Long Island. Aber allesamt sind sie sich in dem Glauben einig, dass die 'Rückgabe' der West Bank - das 'alte Jüdische Königreich' - in vollständige jüdische Kontrolle wichtig sei für Israels Sicherheit und für die Erfüllung der Prophezeiung." (eigene Übersetzung)

Dazu ein paar weitere Zahlen und Informationen aus dem Artikel: Der 'Central Fund of Israel', der den 'Marcus Brothers Textiles' gehört z.B. sammelte 2008 13 Millionen US Dollar für sog. Wohlfahrtsprojekte. Hadassah Marcus, der President, drückt den Sinn der durch die US Steuerpolitik subventionierten Hilfe für Israel so aus: "Wir sammeln nicht einfach, Wir sind dabei, ein Land aufzubauen, alles was wir machen dient dazu, dass wir zurück, nach Hause gehen".
Für dieses Ziel sind hunderte Gruppen aktiv, christliche und jüdische, konservative und demokratische Politiker ebenso; sie nutzen das Steuersystem und betreiben so das Geschäft der Vertreibung der Palästinenser und der Zerstörung ihrer Wohnhäuser, ihrer Landwirtschaft und ihrer historischen Stätten - aktuell vor allem in Jerusalem. Private Finanzierung geht in die sogenannten 'archäologischen Projekte', die mit den bekannt gewordenen Hauszerstörungen beginnen. Man kooperiert mit den höchst aggressiven Gruppen wie z.B. Ateret Cohanim - im Mai zahlten zumeist jüdische Fachleute für die Teilnahme an einem Bankett der 'Amerikanischen Freunde Ateret Cohanims', allein 300 Dollar Eintritt, um Reverend John. R. Bolton, UN Botschafter unter H´George W Bush, zu hören, der vor dem Atomprogramm Irans warnte - eine traute Gemeinde von 'Islamphobisten' und 'Iranhassern'. Diese Amerikanischen Freunde finanzieren 60% der Spenden an Ateret Cohanim - mit Steuerfreien Geldern.
Mit diesem Geld hat Ataret Cohanim Häuser in der Altstadt Jerusalems 'gekauft' . Auch die als Terrororganisationen eingestufen Gruppen Kach und Kahane Chai - bekannt vor allem durch ihre aggressiven Bedrohungen der Palästinenser in Hebron - sind Nutznießer des US Steuersystems, wie auch Shuva Israel, eine Gruppe die seit 2004 2,6 Millionen Dollar für die sog, 'Shomron Gemeinden' gesammelt hat.
Die meisten Spenden werden mit 'Wohltätigkeits- oder Sozialprojekten' begründet, aber teilweise für noch viel verheerendere Aktionen verwendet. Z.B. die Gruppe 'Capitel Athletic Foundation' erhielt Steuerbefreiung für sog. 'Ausbildungs- und Sportprojekte'. Tatsächlich floss das Geld in paramilitärische Operationen der 'Beitar Illit Siedlung' und zum Kauf von Jeeps und Waffen für Scharfschützen.
Christliche Gruppierungen unter den Spendern operieren teilweise völlig undurchsichtig - sie müssen ihre Finanzangelegenheiten nicht öffentlich machen. Mr. Hagee, Christlicher Zionist, der Propaganda für die biblische Prophezeiung betreibt, verausgabte im letzten Jahr 58 Millionen Dollar für seine 'Philantropie' und rühmt sich für weitere Spenden, z.B. vor ein paar Jahren gab er 250.000 für ein Erweiterungsprojekt der o.g. 'Jeshuva Har Bracha' und förderte einen Sportkomplex in der Großsiedlung Ariel.
Das Freiwilligenprogramm von Ha Hovel ist Teil der Arbeit, Amerikanische Christen für Israel einzuspannen. Mr. Waller brachte im letzten Jahr 130 Personen in die Weinfelder von Har Bracha, und in diesem Jahr sollen es 400 werden.
Weitere Informationen im Originaltext:
"Tax-Exempt Funds Aid Settlements in West Bank" By Jim Rutenberg, Mike McIntire and Ethan Bronner, Published: July 5, 2010, in: http://www.nytimes.com/2010/07/06/world/middleeast/06settle.html?_r=1&pagewanted=1

Montag, 7. Juni 2010

Israels jüngste blutige Piraterie und die Hintergründe: Alles längst gesagt

Die Nakbe beginnt mit 1897! Die Instrumente: Raumplanung, Staatlicher Terror, am Ende Krieg

Die Untersuchung der zionistischen Kolonisierungspolitik in Palästina unter dem Titel "Die Erde habt Ihr uns genommen" wurde bereits vor 25 Jahren beendet. Auf Grundlage des vorliegenden Materials war uns schon damals das heutige Drama sichtbar genug: Die Vorbereitung der aggressiven zionistischen Usurpation Palästinas, und dies durch
· die Enteignung und Vertreibung der Palästinenser aus ihrem Land , mehr als die UN je beschlossen
· die Einkreisung der palästinensischen Städte und Dörfer durch israelische Koloniegürtel in West Bank (Gaza), Ost Jerusalem,
· die Bantustanisierung der West Bank (wie auch des Gaza Streifens) infolgedessen,
· die Abkoppelung Jerusalems von seinem palästinensischen Zusammenhang und ein intensives Programm der Judaisierung von den äußeren Kolonieringen bis hinein in das Zentrum der Altstadt.
Kaum 6% des einst palästinensischen Bodens gehören heute noch den Palästinensern in Israel; kaum 12% des ehemaligen Palästinas in Mandatsgröße steht den Palästinensern real noch zur Verfügung – Wasser, Luft und Boden kontrolliert Israel.

All dies geschah unter den Augen und ohne Widerspruch der westlichen Staaten, die sich aktuell schwer tun, Israel für seinen mörderischen Anschlag auf eine Hilfsflottille für Gaza zu verurteilen und wirklich Konsequenzen zu ziehen, nämlich Boykott, De-Invesititon, Sanktionen, d.h. BDS, z.B. der Waffenlieferungen und finaziellen Hilfen.

Heute – wo der Friedensprozess zur allseits sichtbaren Farce geworden ist – wird die Rolle der Raum-Planung klarer erkannt, die mit Bodenrecht, Planungsrecht, Siedlungsbau, Infrastrukturentwicklung und auch mit Denkmalschutz und Architektur nur ein Mittel zur Kolonisierung und Vertreibung ist. Vor allem dies ist das zentrale Thema der o.g. Arbeit gewesen und könnte längst Allgemeingut bei der Bewertung der Realität und der Auseinandersetzung um eine Friedenslösung geworden sein. Denn: es ist alles bereits gesagt! Dr. Viktoria Waltz

Das Buch is online verfügbar auf: http://www.palaestina-portal.eu/waltz_viktoria_zionistische_siedlungspolitik_palaestina.pdf oder http://www.palaestina-portal.eu/waltz_viktoria_zschiesche_joachim_100_jahre_zionistische_siedlungspolitik_in_palaestina.pdf

Im Folgenden eine aktuelle Rezension des Buches:

Die Erde habt Ihr uns genommen - revisited
Dem Internet und der modernen Technik sei Dank. Wissenschaftliche Publikationen, die längst der Vergessenheit der Bibliotheken anheim gefallen sind, erwachen wieder zu neuem Leben. Ihre oft weitsichtigen Analysen und ihre politische Brisanz erscheinen in Retrospektive als geradezu revolutionär. „Die Erde habt Ihr uns genommen“, ist solche ein Fundstück. Der Titel des Buches stammt aus einer Erzählung des palästinensischen Dichters Mahmud Darwish.
Viktoria Waltz und Joachim Zschiesche, zwei ehemalige Planer/In an der Universität Dortmund, haben aus dem Blickwinkel der Raumplanung eine Untersuchung über „100 Jahre zionistische Siedlungspolitik in Palästina“ vorgelegt. So heißt es in einer Einleitung für die Online-Stellung des 1986 erschienen Buches, dass längst alles gesagt sei.
Die Nakba – die Katastrophe - begann nicht erst 1948, sondern nach Ansicht der Autoren/in 1897, das heißt, mit dem ersten Zionistenkongress in Basel. Auf der Grundlage des vorliegenden Materials sei das heutige Drama vorhersehbar gewesen. Die vier Darstellungen Palästinas von 1946 bis zum Jahr 2000 lassen erkennen, dass sich der palästinensische Anteil an ihrem Land zusehends verflüchtig, gleich einem Stück Zucker im Tee. Die Ursache für diese Entwicklung liege in der „zionistischen Ideologie“, „die im Kern rassistisch und auf die Vertreibung der Nicht-Juden, also der Palästinenser hinauslaufen muss“. Dies werde in der vorliegenden Publikation hinreichend nachgewiesen.
Dieses Buch weist noch einmal auf den zentralen Stellenwert der Raumplanung hin. Boden- und Planungsrecht, Siedlungsbau, Infrastrukturentwicklung, Denkmalschutz und Architektur seien nur Mittel zur Kolonisierung und Vertreibung, so die Autoren/in. Die fünf Kapitel des Buches behandeln
- die Entstehung der zionistischen Ideologie,
- die zionistische Kolonisierung Palästinas bis zur Gründung Israels,
- die „innere Kolonisation“ in Israel,
- die de-facto-Annexion der 1967 besetzten Gebiete sowie die
- „Entarabisierung“ und die „Judaisierung“ am Beispiel von Hebron und Jerusalem.
Ein umfassender Anhang rundet das Werk ab. Die vorliegende Untersuchung sei der erste wissenschaftliche Versuch, die historischen Zusammenhänge zwischen Siedlungspolitik, Staatsbildung und Besatzung in Palästina zu untersuchen sowie die Konsequenzen für das palästinensische Volk darzustellen. Eine Lösung des Palästina-Konfliktes werde mit dieser Untersuchung nicht beabsichtigt, weil es an Israel liege, die Schritte zu tun, die die nationale Existenz des palästinensischen Volkes sowie seine legitimen nationalen Rechte anerkennen würden. Voraussetzungen dafür seien ein Ende der Siedlungspolitik, der Annexion und der Expansion.
Nach Ansicht der Autoren/In seien die Kolonisierung und die Inbesitznahme Palästinas von der zionistischen Bewegung langfristig geplant worden und keiner Laune der Geschichte entsprungen. Dies wird anhand zahlreicher Aussagen von führenden Vertretern dieser Bewegung belegt. Wie sich diese Landnahme konkret ausgewirkt hat, zeigen unzählige Karten und Statistiken, welche die politischen Schlussfolgerungen der Autoren/In belegen.
Die Zentren der Kolonisierung vor der Staatsgründung seien zunächst die Küste, das MarjIbn Amer (später Yezrael-Ebene) und das Hula Gebiet gewesen.
Jerusalem nehme erst seit den Teilungsplänen Gestalt an. Wie diese „Vision“ aussehen sollte, hielt Theodor Herzl in seinem Tagebuch fest: „Bekommen wir jemals Jerusalem, u. kann ich zu der Zeit noch etwas bewirken, so würde ich es zunächst reinigen. Alles, was nicht Heiligthum ist, liesse ich räumen, würde Arbeiterwohnungen außerhalb der Stadt errichten, die Schmutznester leeren, niederreissen, die nicht heiligen Trümmer verbrennen und die Bazare anderswohin verlegen. Dann unter möglicher Beibehaltung des alten Baustyls eine comfortable, ventilirte, canalisirte neue Stadt um die Heiligthümer herum errichten.“
Und so dachte David Ben-Gurion über Jerusalem: “Die Jerusalemfrage hat nichts mit Argumenten oder Politik zu tun, Jerusalem hat erste Priorität und ist eine Frage des Besitzes und der Macht. Besitzen wir die militärische Krafta. die Altstadt einzunehmen?b. eine breite Verbindung zwischen Tel Aviv und Jerusalem herzustellen, nicht nur wegen des besseren Zugangs, sondern auch um Raum für Siedlungen zuschaffen, der Jerusalem fest mit dem jüdischen Staat verbinden wird?c. den räumlichen Zusammenhang der arabischen Gemeinden im „Dreieck‟ zu zerstören? Erst wenn wir das erreicht haben, können wir behaupten, dass wir, Israel, Jerusalem befreithaben.”
Parallel zur Kolonisierung verweisen die Autoren/In auf die flankierende Einwanderung, die von der Jewish Agency organisiert worden sei. In deren Gründungserklärung von 1948 heißt es: „Unser Ruf ergeht an das jüdische Volk in allen Ländern der Diaspora, uns auf dem Gebiete der Einwanderung und des Aufbaues zu helfen und uns im Streben nach der Erfüllung des Traumes von Generationen - der Erlösung Israels – beizustehen.“ Die Umkehrung der Besitz- und Herrschaftsverhältnisse wurde durch eine Kombination von Immigrations- und Bodenpolitik sowie durch Raumplanung und der Errichtung von Kolonien erreicht, so die Autoren/In. Die palästinensische Existenz werde durch Gestaltung zerstört, die sich durch eine Trias von militärischen, geographischen und demographischen Elementen zusammensetze. Die Autoren/In ziehen folgendes Resümee über eine solche Art der Politik: „Nach Funktion und Planung pervertiert zionistische Raumplanung zum Erfüllungsgehilfen im Grunde rassistischer Politik und ist durch ihre Zielrichtung auf die Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung und die Zerstörung der palästinensischen Gesellschaft an destruktiven und aggressiven Kriterien orientiert.“ Es herrsche „Destruktivität anstelle von konstruktivem Aufbau, Ausgrenzung statt gemeinsamer demokratisch bestimmter Entwicklung, Planung für das zionistische System und nicht für die Entwicklung der dort wohnenden, lebenden Menschen“ vor; „das sind die Kriterien zionistischer Raumentwicklung.“
Neuere wissenschaftliche Untersuchungen zur politisch motivierten Raumplanung wie die von Eyal Weizman bestätigen die Befunde der Autoren/In und schreiben diese bis in die Gegenwart fort. Für die Autoren/In sei der Zionismus das Hauptproblem, das einem Frieden im Wege stehe. Seit fast 25 Jahren ein hochaktuelles Buch.

(gesehen am 7.6.2010 auf http://between-the-lines-ludwig-watzal.blogspot.com/; Hervorhebungen V.W.)

Donnerstag, 13. Mai 2010

Israel Day: nach 63 Jahren von 'messianischen Siedlern' kontrolliert?

Siedler provozieren in Hebron (3 August 2008)

"Israels messianische Terroristen“ oder Wer regiert eigentlich Israel?

In einem Artikel der englischen Ausgabe von Al-Hayat vom 23. April 2010 kommentiert Patrick Sale (Auszug und eigene Übersetzung):
'In der arabischen Welt gelten Militante, die einen islamischen Staat kreieren wollen ganz generell als Feinde. In Israel wird die bewaffnete Untergrundbewegung die einen Torah Staat einrichten will, mit Samthandschuhen behandelt. Die Regierung wagt keine Konfrontation mit ihnen, eher noch muss man von Komplizenschaft sprechen. … Solange Israels fanatische Siedler – ob religiös-nationalistisch oder ultra-orthodox – nicht bekämpft und ihre messianischen Ambitionen nicht zurückgewiesen werden, wird es keinen Frieden im Nahen Osten geben….

Wie stark und einflussreich diese Siedler-Gruppen inzwischen sind, beschreibt ein jüngst veröffentlichter Bericht der ‚Internationalen Krisis Gruppe‘ (www.crisisgroup.org) über ‚Israels Religiöse Rechte und die Frage der Siedlungen‘. Zehntausende der religiösen Zionisten wohnen in den illegalen Siedlungen östlich der Trennungsbarriere. Weitere Tausende ‚hilltop youth‘ besetzen bewaffnete Außenposten mitten im Palästinensischen Gebiet. Diese Siedlungen und Außenposten arbeiten mit etwa 200 paramilitärischen Kommandos, die mit automatischen Waffen („ mit den besten Zielfernrohren, die es auf dem Markt gibt“) und gepanzerten Fahrzeugen ausgerüstet sind. Sie verüben Gewalttaten gegenüber den Palästinensern und sind bereit jedwedem Versuch des Staates zu trotzen, sie daran zu hindern.
Beobachter prophezeien sogar, dass eine noch breitere und besser bewaffnete Gruppierung bereit für Aktionen entstehen könnte, – sollte die Regierung wagen auch nur einen der Außenposten zu beseitigen oder die Gewalttätigkeiten der Siedler in irgendeiner Weise beschneiden.
Ultraorthodoxe und national-religiöse Politiker besetzen bereits ein Fünftel der Sitze in der Knesset und repräsentieren damit etwa 40 Prozent – 26 von 65 Parlamentariern – der regierenden Koalition Netanyahu’s. Sie kontrollieren das Wohnungsministerium und die Israel Land Verwaltung (IsraelLandAuthority ILA) , die das Staatsland verwaltet.

Diesen ‚Groß Israel‘ Ideologen widerfuhr ein ‚messianischer Schock‘ als Premier Minister Ariel Sharon die Gaza Siedlungen 2005 aufgab. Dieser Auszug aus Gaza bedrohte ihr Vertrauen in den Staat und bestärkte sie in ihrer Entschlossenheit nie wieder eine Evakuierung von Juden zuzulassen. Sie stellen sich unerbittlich jedem weiteren Rückzug und Verhandlungen mit den Palästinensern entgegen.
Einige national-religiöse Rabbiner gehen sogar so weit zu billigen, wenn ein Jude einen Juden tötet, der Israel Land Nicht Juden überlässt – eine Auslegung, die Yigal Amir benutzte um seine Ermordung von Premier Minister Itzhak Rabin 1995 zu rechtfertigen.

Auch die Armee ist von religiösen Extremisten reichlich durchsetzt. Das Army Torah Kolleg, in dem Eingeschriebene über eine Periode von 5 Jahren einen Mix aus Militärdienst und religiösen Studien absolvieren, sind in Israel wie Pilze aus dem Boden geschossen. Fast die Hälfte befindet sich in der Westbank und entlässt tausende Soldaten. Es wird geschätzt, dass etwa 30 Prozent des israelischen Offiziers Corps national-religiöse Offiziere sind, mit einer vergleichsweise hohen Konzentration in kämpfenden Einheiten. Eine Quelle sagte der International Crisis Group dass „in wenigen Jahren religiöse Soldaten die Mehrheit der Brigade Kommandeure in allen Gattungen stellen werden – von F 16 Fightern bis zu U-Booten“.
Ein national-religiöser Oberfähnrich erklärte: „Ein Befehl sich (von der West Bank) zurückzuziehen würde Israel zerstören. Es würde die Armee spalten und Teile würden sich gegen den Staat wenden. Ich würde eher Tel Aviv aufgeben als Hebron. Wir sind nicht einfach ein Staat der Juden oder ein Staat mit jüdischer Mehrheit, sondern eine Jüdischer Staat, der das Land verteidigt, dass uns in der Bibel, von Gott versprochen wurde. Es ist jüdisches Land. Ich werde es mit alle legitimen Mitteln verteidigen – und wenn das nicht reicht, mit illegalen Mitteln. Auch mit Gewalt“.
Was empfiehlt die ICG gegen diesen Abgrund? „Statt weiter auf einen Siedlungsstop zu setzen die Festlegung einer anerkannten israelisch-palästinensischen Grenze; ein Kompensationspaket anzubieten, dass zumindest einige Siedler dazu bringt, die West Bank freiwillig zu verlassen; zu versuchen, die religiösen Parteien wie Shas und Agudat Israel zu erreichen und sie in den diplomatischen Prozess einzubinden; darauf zu bestehen, dass die Israelischen Sicherheitsdienste und die Gerichte Gewalt gegen Palästinenser untersuchen und verfolgen.“ Aber auch das wird nicht ausreichen. '

Sales beschließt seinen Bericht mit: „Es ist sicherlich Zeit für Israel’s säkulare Mehrheit, endlich angesichts der Gefahr aufzuwachen oder man wird riskieren in einem Staat zu leben, der von messianischen Terroristen geführt wird und den die gesamte Welt meiden wird.“

Quellen:
http://daralhayat.com/portalarticlendah/134046
für mehr Informationen: ISRAEL’S RELIGIOUS RIGHT AND THE QUESTION OF SETTLEMENTS Middle East Report N°89 – 20 July 2009 bei www.crisisgroup.org;

Foto: http://www.palestinemonitor.org

Donnerstag, 6. Mai 2010

ILI mobilisiert für Israel Tag 2010 - 62 Jahre Nakbe kein Thema

Israel wie es singt und lacht - Jüdische Gemeinden bedienen sich bei 'I like Israel'

Zum 5. Mal in Köln am 12. Mai, in Siegen zum vierten Mal am 15.5., am 9. Mai in Hannover, in München am 12. Mai - in etwa 60 Städten werden um den 14. Mai 'Volksfeste' auf prominenten Plätzen der großen Städte zum Lobe Israels veranstaltet.
Auf der HaGalil Webseite ist nachzulesen, warum:
"Und das wichtigste Projekt ist der Israel-Tag. Das Fernziel: Europaweit soll der 14. Mai ... bis 2010 in 200 Städten ... zelebriert werden... Ziel ist es, den Israel-Tag vor allem in Deutschland zu einer ausdrucksstarken Manifestation für den jüdischen Staat zu machen, die von Medien, Politik und Gesellschaft wahrgenommen wird. Der Keren Hayesod unterstützt den Israel-Tag nach Kräften und wird bei allen Veranstaltungen auch direkt selbst präsent sein. ... 1 Million Menschen in Deutschland sollen sich jedes Jahr am Yom Haatzmaut, dem Tag der Staatsgründung, zu Israel bekennen. Als Symbol der Versöhnung, als Manifest politischer Ethik und als couragiertes Signal für andere Länder. Mit der kleinen ILI-Flagge bekennen sich die Freunde Israels zu diesem großen Ziel."

Keine Kritik am Staate Israel soll, darf aufkommen, nicht in Duisburg, Düsseldorf, Köln, Dortmund , Leipzig, München,Wuppertal oder Dortmund.....
In Dortmund animiert die NRWAuslandsgesellschaft Ihre Mitglieder zur Teilnahme an diesem "sehr interessanten Ereignis" auf dem 'Friedensplatz'.
In der Tat ist das interessant, denn hinter diesem "bunten Fest" verbirgt sich weit mehr als ein öffentliches fröhliches Kinderfest der jüdischen Kultusgemeinde Dortmund, nämlich eine streitbare Lobby für Israel, die sich "I Like Israel" ILI nennt und von einem radikalen Zionisten geführt wird: 'Jubel Israeli' Dipl.sc.pol. Leo Sucharewicz.
Auch im letzten Jahr haben jüdische Kultusgemeinden in diversen Städten zu einem sogenannten ‚Israel Day‘ eingeladen. Während in Recklinghausen der Rabbiner der gefallenen Israelischen Soldaten gedachte (andere Opfer gab es wohl nicht?), gab es in Dortmund eher dieses lockere Event mit Musik, Tänzen, und 'israelischem' Essen – einer gewissen Kichererbsenboulette, die beliebte arabische Falafel. „Ganz unpolitisch – nur einfach feiern, das schöne Land kennen lernen – mehr wollen wir heute hier nicht!“ wurde denen entgegengehalten, die so kurz nach der Bombardierung Gazas mit einem kleinen Plakat anwesend waren "Israel gehört wegen seiner Kriegsverbrechen vor den Internationalen Gerichtshof".
"Es stört doch die schöne Feier!" – meinte ein smarter junger Mann, der das blau-weiße Zeichen seiner israelischen Organisation ili (I like Israel) trug und übrigens perfekt deutsch und russisch sprach. Höchst politisch waren aber die Reaktionen der mehrheitlich anwesenden russischen Migranten auf das Plakat: 'die Araber müssen raus aus unserem Land', 'die Muslime sind doch alle Terroristen', 'Libermann hat recht' und viel Verworrenes von der begrünten Wüste bis zur Behauptung, Palästinenser gäbe es gar nicht, wurde da vorgetragen.
Die blau-weisse Organisation verteilte Israel-Landkarten, wo wie selbstverständlich die syrischen Golanhöhen als israelisch eingezeichnet sind.
Also alles unpolitisch?
Der damalige Dortmunder Oberbürgermeister Langemeyer, der als Schirmherr sprach, wollte nur feiern, obwohl er kurz vorher noch auf den dubiosen blau-weissen Hauptorganisator aufmerksam gemacht worden war: die Organisation ‚I Like Israel‘ eines gewissen Dipl.sc.pol. Leo Sucharewicz, Kommunikationspsychologe in München. Auf der Webseite seines ‚Communication Laboratory‘ (www.comlab.org) erfährt man, wie sehr e r Israel liebt: Freiwilliger Militärdienst in Israel, Teilnahme am 6-Tage-Krieg, Teilnahme am Yom Kippur Krieg.
Während Israel auf die Menschen in Gaza Phosphorbomben abwarf, organisierte er im Januar 2009 Pro-Israel Demos in München, Berlin und Frankfurt.Wie Propaganda aussehen muss, wie man erfolgreich Geschäfte macht oder einfach gute Internetauftritte, das vermittelt er (wie auch bei comlab nachzusehen ist) unter vielen anderen der Bayerischen Staatsregierung, Bertelsmann, BMW, der Bundeswehr, Gruner und Jahr, IBM, Krauss Maffai, L’OREAL, Merck, Nestle, Alete, Schering, Siemens, Texas Instruments, Volvo usw. Nun hat er entschieden, seine Profession auch in den Dienst der Israel Propaganda zu stellen. Und professionell geht es da schon zu...
ILI versteht sich als- "Think Tank für Pro Israel Organisationen" (besser Lobby wie die IPACS in den USA?)- "Forum für Demokraten, die Freiheit, Toleranz und Menschenrechte im Nahen Osten wollen" (nur nicht für Palästinenser?)- "Ideenpool für Deutsch-Israelische Freundschaft" (wohl eher für Deutsch-Israelische Gefolgschaft?) Nach dem Motto: "Jede Aktion für Israel ist gut. Die guten Aktionen wirken doppelt", wird "Support" für 'gute Aktionen' angeboten, nämlich:- "Entwicklung kompletter Projektmanagements
- Entwicklung kreativer Aktionsideen
- Koordination mit Aktionen anderer Gruppen
- Entwicklung von Materialien
- Teleconsulting zur Organisation
- Pressearbeit".

Die Liste der Freunde und Förderer von ili sind die alten und neuen Zionisten (hier genannt: "Referenzen")
Denn wer finanziert und fördert das Ganze?
Neben Zentralrat der Juden, Deutsch Israelische Gesellschaft, Israelitische Gemeinde München, Zionistische Organisation in Deutschland, Zentrale Wohlfahrtstelle der Juden in Deutschland, Zionistische Jugend Deutschland, Bundeswehr, Konrad Adenauer Stiftung, Junge Union und Jusos Köln, sind es die längst bekannten, zentralen alt-neuen Zionistischen Organisationen:
Bnai Brith: ‚Söhne des Bundes‘, 1843 in NY als Loge ähnlich den Freimaurern gegründet, agiert international zur Information über das Judentum, seit 1997 haben auch Frauen Zutritt; Helmut Kohl erhielt 1996 den Bnai Brith Orden für humanitäre Verdienste und Angela Merkel 2008 für ihren Kampf gegen Antisemitismus. So erkauft man sich politischen Einfluss.
Keren Hayesod, Keren Kayemet LeIsrael und die Jewish Agency, sämtlich Organe der WZO (World Zionist Organization), die seit Beginn des letzten Jahrhunderts für den Raub des palästinensischen Landes, die Enteignung und Vertreibung der Palästinenser von ihrem Boden und die Kolonisierung und Judaisierung Palästinas beauftragt wurden und dafür verantwortlich sind, auch für den Landraub in der Westbank und die aktuellen Zerstörungen in Ost-Jerusalem.
Organisator Dipl.sc.pol. Leo Sucharewicz manipuliert gern: als spiegel.online die Umfrage startete ‚soll die Bundesrepublik die Durban Konferenz gegen Rassismus boykottieren oder nicht‘, versuchte er das Ergebnis zu ändern mit einer breiten Rundmail am 14.3., als es 50/50 stand: --„Dieses Zwischenergebnis ist absolut ungenügend. Wir bitten um schnelle Abstimmung und Verbreitung des Aufrufes zur Abstimmung. Eine klare Mehrheit für den Boykott ist politisch für Israel von essentieller Bedeutung.“ Den katholischen Bischöfen, die Anfang März 2007 auf einer Pressekonferenz in Bethlehem ihre Eindrücke widergaben, die ‚unmenschliche israelische Unterdrückung der Palästinenser‘ beklagten, der an ‚Rassismus‘ grenze, und angesichts der Mauer Ramallah als ‚Ghetto‘ bezeichneten, schrieb er einen unglaublichen Brief – eine kleine Kostprobe:
‚.Palästinenser bomben und morden seit fast einhundert Jahren, entführen Flugzeuge, trainieren die RAF, erpressen ganze Länder mit Terror, erziehen ihre Kinder zu Selbstmördern, zetteln Bürgerkriege an, versuchen Umstürze im Libanon und Jordanien – und beklagen ebenso larmoyant wie lautstark ihre Lebensbedingungen …usw... (nachzulesen auf der unsäglichen Webseite 'achgut' von Henrik Broder)
Man möchte hoffen, dass dem Israel nicht auch noch ein Jerusalem Day, ein Tel Aviv Day, ein … folgt. Man möchte auch hoffen, dass sich die jüdischen Gemeinden und Lokalpolitiker nicht vor den Karren solcher Leute spannen und missbrauchen lassen für ein ganz anderes Ziel, nämlich den Israel-Tag vor allem in Deutschland "zu einer ausdrucksstarken Manifestation für den jüdischen Staat zu machen" (so die Prozionistische Linke Frankfurt zum Israel Tag 2006, siehe il Webseite). Den Staat, der vor kurzem einen Außenminister durch Europa schickte, der die Palästinenser nach Jordanien transferieren möchte und am 7.7.2003 im Israelischen Rundfunk folgende Meinung über die etwa 6.000 politischen palästinensischen Gefangenen vertreten haben soll: ‚Es wäre besser, die Gefangenen, wenn möglich im Toten Meer zu ertränken, da dies der tiefste Punkt der Erde ist.'
Diesen Staat muss man "boykottieren, de-investieren und sanktionieren" (so die internationale Kampagne BDS) bis er zu fairen gleichberechtigten Verhandlungen und einem echten Frieden in zwei Staaten in sicheren Grenzen bereit ist und langfristig seinen zionistischen Charakter aufgibt und ein Staat in Palästina, Atomwaffenfrei, demokratisch, neutral und multikulturell in der Nah-Ost-Region entstehen kann.

Samstag, 17. April 2010

Al Bustan / Silwan: Israelische Stadtplaner zerstören Ost-Jerusalem - Planung im Dienste von Rassismus und Völkermord

Al Bustan - Silwan soll weichen für einen Park, der die Geschichte wieder auf den Kopf stellt: ein "Jüdischer Nationalpark" - auf historischem palästinensischen Grund

Der Angriff auf Al Bustan begann schon zu Beginn der 90er Jahre.

Arij berichtet: "Al Bustan ist ein palästinensisches Viertel in der Mitte des Stadtteils Silwan, der im südöstlichen Teil der Altstadt von Jerusalem liegt. Entsprechend der Land- und Eigentumsklassifizierung aus der britischen Mandatszeit ist das ganze Gebiet von Al Bustan, das sich auf eine Fläche von über 70 Dunam ( 10 dunam = 1 ha) erstreckt, als 'Exclusive Jerusalem Palestinian Properties' registriert und gehört den palästinensischen Einwohnern Jerusalems.

Betrachtet man die israelische Besetzung der Westbank, inklusive Jerusalem und des Gazastreifens, so ist festzustellen, dass mittlerweile alle palästinensischen Viertel in der besetzten Stadt Jerusalem ein Ziel israelischer Kolonisierung geworden sind. Dabei stehen nicht nur Behörden, sondern auch extremistische jüdische Organisationen wie 'Ateret Cohanim' und 'El 'Ad' hinter der Verfolgung dieses Ziels. Letztere haben illegalerweise damit begonnen palästinensische Grundstücke in Silwan zu besetzen, um die so genannte 'Stadt Davids' auf den Resten der palästinensischen Häuser im Viertel von Al Bustan zu errichten
(siehe Karte 1
).


Karte 1: Al Bustan Viertel in Silwan südlich der Altstadt von Jerusalem

Im Jahr 1991 hat Israel seine kolonialen Angriffe auf Silwan ausgeweitet. Israelische Siedler haben inzwischen mehr als 40 palästinensische Häuser an sich geriessen und besetzt. Darüber hinaus hat die israelische Stadtverwaltung Jerusalems, zusammen mit jüdischen Organisationen, den Namen Al Bustan auf offiziellen und örtlichen Karten durch den israelischen Namen 'Stadt Davids' ersetzt.
Im Jahr 2004 hat die israelische Stadtverwaltung von Jerusalem Verwaltungsanordnungen zum Abriss von 88 palästinensischen Häusern in Al Bustan erlassen (das sind 90% der Häuser des Viertels), angeblich, weil eine Genehmigung der Stadtverwaltung fehlt und das Eigentum dieser Häuser den extremen jüdischen Organisationen ''Ateret Cohanim' & 'El 'Ad' zugesprochen wurde, die in diesem Viertel die 'Stadt Davids' erbauen wollen.
Im Jahr 2005 begann die israelische Stadtverwaltung von Jerusalem mit dem ersten Abriss im Viertel von Al Bustan. Zwei palästinensische Häuser wurden zerstört. Gegen Ende des Jahres beschloss die israelische Stadtverwaltung von Jerusalem dann den Abriss vorläufig zu stoppen - ein Ergebnis internationaler Bemühungen und einer Petition, die von Hauseigentümern an den Justizminister Israels überreicht wurde und die ihn aufforderte dem Abriss Einhalt zu gebieten.
Später dann, im August 2008, reichten die palästinensischen Bürger von Al Bustan einen Masterplan bei der israelischen Stadtverwaltung von Jerusalem ein, um nachträglich Baugenehmigungen für ihre vom Abriss bedrohten Häuser zu erhalten. Die Stadtverwaltung teilte ihnen mit, dass dieser Plan nicht zur Debatte stehe und man mit dem eigenen Plan, einen öffentlichen Park im Viertel zu bauen, voranschreiten werde. Die Behörde schlug den Hauseigentümern zudem vor, dass, wenn sie ihre Häuser freiwillig evakuieren würden, sie dafür im Tausch andernorts ausserhalb des Viertels leben dürften. Die Hauseigentümer lehnten dieses Angebot ab, während gleichzeitig die israelischen Behörden offiziell den Masterplan, den die Hauseigentümer in den ersten Wochen des Jahres 2008 eingereicht hatten, ablehnten.
Am 21. Februar 2009 erhielten 134 palästinensische Familien (1500 Menschen) aus dem Viertel von Al Bustan Anordnungen von der israelischen Stadtverwaltung von Jerusalem zum Abriss und zur Evakuierung. Darin wurden die Bewohner aufgefordert ihre Häuser wegen des anstehenden Abrisses zu verlassen, um Raum für den israelischen Plan 'King David Garden' zu schaffen.
Im Juli 2009 übertrugen die israelischen Okkupationsbehörden das Eigentum von 14 palästinensischen Gebäuden, die eine Fläche von mehr als 28 Dunam einnehmen, an jüdische Siedlerorganisationen, ohne dass dies vom israelischen Justizminister bestätigt worden wäre. Man wollte einen 'Biblischen Park' und jüdische Haeuser anstelle eines palästinensischen Al Bustan.

Die Zerstörung des Al Bustan Viertels - ein weiterer Schritt in Richtung Judaisierung des sog. 'Holy Basin'
In den 90er Jahren legte die israelische Stadtverwaltung von Jerusalem einen Plan vor, der die Judaisierung eines Bereichs vorsah, der von Israel als 'Holy Basin' bezeichnet wird. Der in das Visier genommene Bereich schliesst die gesamte Altstadt von Jerusalem sowie grosse Flächen benachbarter Viertel und palästinensischer Gemeinden, angefangen bei Al Sheikh Jarrah und Wadi Al Joz im Norden bis zu At Tur im Osten und Silwan im Süden, mit ein (siehe Karte 2). Der Plan beinhaltet:
Bau einer archäologischen Stadt nach der biblischen Beschreibung des Heiligen Jerusalems unterhalb der Al-Aqsa- Moschee, des Viertels von Silwan und Teilen des muslimischen Viertels in der Altstadt von Jerusalem.
Evakuierung der palästinensischen Einwohner und Ersatz derselben durch jüdische Bewohner, beginnend bei Silwan und voranschreitend bis At Tur, Wadi Al Joz und Ras Al 'Amud.

Karte 2: 'Holy Basin'


Das Projekt 'Holy Basin' beschränkt sich nicht nur auf Land, sondern zielt auch auf eine Judaisierung des kulturellen, politischen, demographischen und religiösen Status der Stadt,
nämlich auf:

- Auslöschen der arabischen Identität in Jerusalem und deren Ersatz durch vollständige Judaisierung.

- Evakuierung so vieler palästinensischer Einwohner Jerusalems aus dem Gebiet von 'Holy Basin' und sogar aus der Stadt Jerusalem selbst, wie möglich.

- Isolation des sog. Gebietes 'Holy Basin' von den palästinensischen Gebieten.

- Vervollständigung des israelischen Kolonisierungsprojekts, das darauf abzielt die israelischen sod. 'Aussenposten' in und um die Altstadt mit den Siedlungen um die Stadt Jerusalem herum, darunter French Hill im Norden, das E-1 Viertel im Osten und Ost- Talpiot südlich von Jerusalem, zu verbinden." (http://www.poica.org/editor/case_studies/view.php?recordID=2123, 23.sept.2009)

Seit der Besetzung 1967 wird Ost Jerusalem vernachlässigt, die Infrastruktur lässt zu wünschen übrig, neue Wohnbauten wurden nur selten genehmigt. Im Gegenteil, fehlende Masterpläne, verweigerte Baugenehmigungen haben verhindert, dass die palästinensischen autochthonen Bewohner der Stadt ihren städtischen Raum nach ihren Bedürfnissen gestalten konnten. Erneuerung ist nicht möglich, die Gestaltung von Freiflächen und Parks kommt nicht vor; 'Historisierung und Modernisierung' ein übles Planungspaket, das nur der Zerstörung der palsätinensischen, arabsichen Identiät der Stadt dient. Ein Museum wurde konfisziert, Polizeistationen statt Wohnungen entstanden an vielen zentralen Punkten und hunderte Häusern wurden im Namen einer Stadtplanung zerstört, die das palästinensische Erbe verschwinden lassen und an seine Stelle 'jüdisches' setzen möchte. Der neue Nationalpark - im Namen von Planung und Stadterhaltung - ist ein weiteres Beispiel dafür und bemüht noch die Religion, wie die Siedlergruppen, die in der Gründung des Staates Israel die erhoffte 'Erlösung' sehen und damit alles rechtfertigen.
Der folgende Bericht aus Al Jazeera zeugt von dieser im Kern rassistischen Politik, die auf die Anfänge des Zionismus zurückgeht und nun Jerusalem ins Zentrum der Eroberung Palästinas setzt.



Siehe auch die weiteren Artikel zu Jerusalem im Archiv.

Golda Meir prägte den Ausspruch: "Es gibt kein palästinensiches Volk". Jeshajahu Leibowitz, Zionist und bedeutender Denker Israels, Wissenschaftler, Philosoph und seit 1953 Chefredakteur der Hebräischen Enzyklopädie, nennt dies "Völkermord! Nicht im Sinne einer physischen Vernichtung des palästinensischen Volkes, sondern im Sinne der Vernichtung einer nationalen und/oder politischen Einheit." Und er nennt die "Besetzung (ist) eine nazistische Politik!" und benutzt den Ausdruck in Betrachtung von Siedlergruppen wie Gush Immunim oder Ataret Cohanim, die ihr Unwesen in Jerusalen und Hebron treiben, "Judennazis" - (aus "Gespräche über Gott und die Welt", Jeshajahu Leibowitz mit Michael Shashar. Insel Taschenbuch 1568. 1994: S. 18, S. 33)

Dienstag, 13. April 2010

Der Zynismus des Zyonismus: JA wirbt für Aliyah die IDF organisiert Vertreibung

Die Jüdische Agentur JA - seit Beginn der zionistischen Bewegung der entscheidende Motor für Vertreibung und Kolonisierung in Palästina hat es eilig: 21.4. Deadline für die kommende "Sommer Aliyah"

Während durch die jüngsten Schikanen des Staates Israel Tausende Palästinenser aus der West Bank - die es seit 1967 illegal besetzt hält - ausgewiesen werden sollen, wird in den USA und Canada fleißig für die Einwanderung amerikanischer Juden nach Israel geworben: Singels, Ältere, Heiratswillige, Kids, Teenager, Studenten ... für jeden ist etwas dabei. Und für jede Frage gibt es eine Antwort; Jobsuche, Gesundheitsversorgung, Steuern, Militärdienst, Schule.....


Die Jüdische Agentur ist fieberhaft tätig, aktuell werden in vielen Städten der USA Treffen arrangiert, um ganze Familien zur Auswanderung nach Israel zu bewegen. Hier eine kleine Auswahl, entnommen der aktuellen Annonce aus Ha'aretz vom 13.04.2010 unter:


- NYC Personal Aliyah Planning MeetingsTuesday, April 13, 2010 11:30 AM - 7:45 PM
- Personal Aliyah Meetings at Stern CollegeTuesday, April 13, 2010 1:00 PM - 8:00 PM
- Personal Aliyah Meetings at Yeshiva UniversityWednesday, April 14, 2010 11:00 AM - 7:00 PM
- Queens Personal Aliyah Planning MeetingsWednesday, April 14, 2010 12
- Brooklyn Personal Aliyah Planning MeetingsThursday, April 15, 2010 11:00 AM - 7:15 PM
- NYC Personal Aliyah Planning MeetingsFriday, April 16, 2010 8:30 AM - 12:30 PM
- Chicago Personal Aliyah Planning MeetingsWednesday, April 21, 2010 12:00 PM - 8:15 PM
- NYC Personal Aliyah Planning MeetingsThursday, April 22, 2010 11:00 AM - 6:00 PM
- Chicago Personal Aliyah Planning MeetingsThursday, April 22, 2010 12:00 PM - 8:15 PM
- Rockville Personal Aliyah MeetingsSunday, April 25, 2010 10:00 AM - 6:15 PM
- Cleveland Personal Aliyah Planning MeetingsSunday, April 25, 2010 1:00 PM - 8:15 PM
- Cleveland Personal Aliyah Planning MeetingsMonday, April 26, 2010 8:00 AM - 2:00 PM
- Baltimore Personal Aliyah Planning MeetingsMonday, April 26, 2010 10:00 AM - 6:15 PM ....


Und wie geht das? Und wohin z.B.? Just for FUN? oder für noch mehr Besetzung....

An die Libanesische Grenze im Programm 'go north' (Foto 2) ? Strategisch? Nach Hebron in ein Altersheim? Strategisch? Oder als Ferientrip in Jerusalem - just for fun und zur Plünderung eines Hauses in Al Ward nach der kurz vorherigen Vertreibung seiner Bewohner (s.Foto 3)?

Aus der Webseite von NBN (nefesh b'nefesh): 1. Leitfaden für die Aliya, 2. Werbung für das Programm 'Go North'. 3. Kanadische Schülerinnen 'renovieren' ein Haus kurz nach dessen Räumung von dessen palästinensischen Bewohnern (Foto Cornelia Suhan 1985)

Und wie geht es z.B. im Detail?
(Werbespot aus der Webseite NBN)

"Mazal Tov on your decision to make Aliyah! Nefesh B’Nefesh provides you with guidance with every aspect of your Aliyah, offering streamlined Aliyah processing and a comprehensive basket of services. We look forward to helping you with employment counseling, job placement services, assistance with governmental absorption, community-based guidance and financial assistance (for those who are eligible). The following is an overview of the steps that you will need to take, in order to make Aliyah successfully.

Step 1: Conduct Market Research

The initial steps towards Aliyah involve researching available options in Israel, and beginning to think about a practical and pragmatic Aliyah plan. ... Read more...
·Take advantage of our online
Aliyahpedia, ... please phone the Nefesh B’Nefesh Call Center at 1-866-4-Aliyah. ... overview of Nefesh B’Nefesh services, please click here.
In addition to conducting market research, consider starting a local Hebrew study course or online program to help you improve your Hebrew, further preparing you for the upcoming move. To view a listing of Hebrew language resources,
click here.
Step 2: Fill Out the Joint Nefesh B’Nefesh and Jewish Agency for Israel Application
Six to eight months before your estimated Aliyah date, start your Aliyah “paperwork” by filling out the
application. Read more...
Nefesh B’Nefesh offers an Aliyah application with two possibilities: Aliyah Services or Aliyah Services & Financial Aid. Financial aid is granted on the basis of need. As part of the application process, you will be asked to submit copies of some of the following documents (where relevant): Birth certificate, passport, proof of Judaism, marriage/divorce certificates and name change certificate. The application will be reviewed by all of the necessary government agencies, including by the Jewish Agency, who may request additional documents based on your Aliyah status.
At this stage in your planning, we urge you to attend a pre-Aliyah seminar with Nefesh B’Nefesh staff. In addition, you can set up an appointment with our staff to discuss your Aliyah-related decisions. ....
nefeshbnefesh-subscribe@yahoogroups.com
...... please be in touch with our Call Center at 1-866-4-Aliyah.
Step 3: Interview with an Aliyah Shaliach
As part of the Aliyah process, you will be meeting with your local Aliyah Shaliach, a representative of the Jewish Agency.....
Nefesh B’Nefesh ...is responsible for determining your Aliyah status and granting approval based on Israel’s Law of Return. ... If you have an Israeli background, you may be defined by the Jewish Agency as having the Aliyah status of Katin Chozer (returning minor), Ezrach Oleh (Israeli citizen born abroad) or Toshav Chozer (returning resident). ... For more information about being a Katin Chozer or Ezrach Oleh,
click here.
Step 4: Focus on Family
The technicalities of the Aliyah process can be
all-encompassing. Make sure you find the time to emotionally prepare yourself and your family (if you are bringing other family members with you) for the upcoming Aliyah adventure. Read more... Children – and teens, in particular - need to know ...
click here.
Step 5: Come on a Pilot Trip
Three to six months before your scheduled Aliyah date, come on a short pilot trip to network and see for yourself what communities, schools, housing and employment options are available, given your own needs and background.... For more information, please see: ·
Planning Your Pilot Trip ·Communities Database ·Education (Child/Teen) ·Introduction to the Job Search
Discounts on pilot trip services are available on the Nefesh B’Nefesh Business Directory. Click
here to register using our online form.
Step 6: Finalizing a Practical Plan
At this stage, you may need to make some difficult decisions regarding a community, a home (we recommend renting for the first year), or schools for children (where relevant). Read more... Be in touch with NBN once you know to which part of the country you’re headed, to receive practical tips and important information about your new community.
Step 7: Acceptance for Aliyah
There is a separate acceptance process for Nefesh B’Nefesh and the Jewish Agency. Your application will be reviewed by both organizations, and you will need to be sure that you receive separate letters from each one. Read more...
Jewish Agency approval is required in order for your Aliyah to proceed; Nefesh B’Nefesh approval is necessary in order to obtain Nefesh B’Nefesh assistance, including participation in group and charter flights. ... Once you receive approval of your Tik Aliyah, contact the Shaliach in order to arrange to receive your Aliyah visa in your foreign passport. Note: This applies to new Olim only. If you have a different Aliyah status, speak to your Shaliach for details.
Step 8: Shipping
We recommend that you send your lift approximately one month prior to your Aliyah, so that your shipment ... at the best price. Read more...
NBN Business Directory .... Shipping Guide. Step 9: The Aliyah Flight
After all of the preparations – don’t forget to enjoy your own Aliyah. Join a Nefesh B’Nefesh Aliyah flight which is, in of itself, a real emotional high and an unforgettable experience. Nefesh B’Nefesh is thrilled to welcome you as part of our growing family of Olim! Read more...
...take advantage of our
Post Aliyah Guide to learn about the step-by-step process in the first days and weeks after your arrival. In addition, please be in touch with your local Nefesh B’Nefesh coordinator who can help you with the initial acclimation to your new home. ... click here. Nefesh B’Nefesh has a wide range of social events, activities, workshops and seminars for new Olim which are advertised on our online calendar as well as the Nefesh B’Nefesh and NBN Singles
For questions about education,
employment and bureaucratic issues, our in-house experts are available for personal consultations and can assist you with the challenges that inevitably come up as you navigate Israel. We are available to assist you at all stages of the process and look forward to continuing working with you after your Aliyah. And again - Mazal Tov!"
Mazal Tov?
Der Zyonistische Zynismus ist unberechenbar und grenzenlos
Seit heute, dem 13.4.2010 gilt die Militär Verordnung 1650 der Israelischen Militärischen Führung, nach der Palästinenser, die in der West Bank leben ohne eine Genehmigung der Besatzungsmacht zu haben, also z.B. Studenten an der Birzeit Universität aus Gaza, als 'Eingeschmuggelte' oder 'Illegale' bezeichnet werden. Sie werden willkürlich als Kriminelle behandelt und können deportiert oder für 7 Jahre ins Gefängnis geworfen werden und müssen außerdem 7.500 Shekel oder 1.500 Euro Strafe zahlen . Davon betroffen sind Zehntausende. Sie, die eigentlichen 'Eingeborenen', Autochthone wie die Aborigines in Australien oder die Maoris in New Zealand, werden als 'Eindringlinge in Israel Lands' gesehen - eine Bezeichnung, die gegen jede internationale Rechtsprechung ist und keine Legitimation besitzt. 'Israel Lands' ist eine zionistische Erfindung, die den Landraub nur verschleiert, der seit Beginn des letzten Jahrhunderts in Palästina systematisch stattfindet.
Boykott und Sanktionen gegenüber Israel wären die einzig richtige Antwort auf die andauerenden Rechtsverletzungen und Aggressionen!

Donnerstag, 8. April 2010

Kolonisierung - mal anders dargestellt: Jerusalem in Karten

Karten enthüllen den illegalen

Judaisierungsprozess


Über 200.000 Siedler wurden in das okkupierte Ost-Jerusalem bisher verpflanzt - in die ganz großen Kolonien und die vielen kleinen, die eine enge Kette dazwischen bilden und Ost-Jerusalem immer mehr zerstückeln. Sie genießen günstige Mieten und leben dort mit hervorragender Infrastruktur, Schulen, Kindergärten, Parks und bunter Begrünung - während es den Palästinensern in ihrer Stadt nicht einmal möglich ist, ohne Probleme ein Haus auf eigenem Grund zu bauen, Schulen überfüllt sind und wenn sie gut sein sollen, teuer und privat bezahlt werden müssen. Grünflächen, Freiflächen, Spielplätze fehlen und wer in der Altstadt lebt findet nicht einmal die notwendige medizinische Versorgung, seit das Österreichische Hopsiz geschlossen und in ein Hotel umgewandelt wurde. Luxus für die Fremden, die Ost Jerusalem erdrücken und völlig illegal dort leben - Armut und Diskriminierung für die Einheimischen, denen am Freitag sogar der Zugang zur Moschee verwehrt wird, während die Siedler die ganze Stadt beschallen mit Triumphliedern und Siegesgeschrei....

Ellen O'Grady